Der kleine Elf – Teil 1

Auf der Suche nach dem magischen Moos


von Martin Deininger, Bilder von Petra Hubatschek


Das Buch erzählt die abenteuerliche Suche des kleinen Elfen Kim nach dem magischen Moos, das seine kleine Schwester vor dem ewigen Schlaf retten soll. Auf seiner Suche lernt Kim viele neue Freunde wie Platsch, den Papageitaucher, Tölti, das Hochlandpony, Rob, die Eisrobbe und Pieks, die Seemücke kennen, die ihm auf seinem gefährlichen Weg helfen. Er trifft auf den Hüter des Hochlandtors, muß Zwergenrätsel lösen, verirrt sich im Hochlandnebel, findet durch das Lavalabyrinth vorbei an kochenden Schlammtöpfen und reißenden Wasserfurten, bis er im Eisbergsee landet.

Wird Kim rechtzeitig von seiner Suche zurückkehren, um seine Schwester zu retten?

 

 

Der kleine Elf – Teil 2

Die Gefangene der Eishexe


von Martin Deininger, Bilder von Petra Hubatschek

 

Das Buch erzählt die abenteuerliche Rettung der kleinen Fee, die von der Eishexe auf die Eisinsel entführt und dort gefangen gehalten wird. Kim und seine Freunde müssen vier Schmelzblumen finden, mit denen sie die Fee befreien können.

Können sie rechtzeitig von der Eisinsel fliehen, bevor die Eishexe sie zu Eis verwandelt?

 

Der kleine Elf – Teil 3

Abenteuer im Wolkenschloss


von Martin Deininger, Bilder von Petra Hubatschek


Das Buch erzählt die abenteuerliche Geschichte von Kim und Tölti, die beim Spielen am Strand von einer Windhose erfasst und ins Wolkenreich Wolkanien geschleudert werden. Dort werden sie von der Wolkenprinzessin Cirra und ihrem Bruder Floc gefangen genommen, die sie dem Vulkangeist übergeben wollen. Mit ihrer Auslieferung hofft die Prinzessin das Wolkenreich vor dem Vulkangeist schützen zu können.

Können Kim und seine Freunde den Vulkangeist noch rechtzeitig aufhalten, um sich und Wolkanien zu retten?

 

Der kleine Elf – Teil 4

Kim und der Feuerdrache


von Martin Deininger, Bilder von Petra Hubatschek


Das Buch erzählt die abenteuerliche Flucht von Kim, der vom eifersüchtigen Tölti verflucht wird. Durch den Fluch wird Kim zum Gejagten eines Feuerdrachens, vor dem er im letzten Augenblick ins Meer entkommen kann. Dort trifft er auf Leja, die Meeresprinzessin der Vulkanstadt, während seine Freunde ihn verzweifelt suchen.

Können sie ihn aus der Vulkanstadt befreien und den Feuerdrachen besiegen?

 

Leseprobe Teil 1

Vor gar nicht allzu langer Zeit lebte auf einer weit entfernten Vulkaninsel ein kleiner Elf mit seiner Familie. Sein Name war Kim.

Die Hütte, in der Kim aufwuchs, stand in einem einsamen Tal direkt am Ufer eines Flusses, der sich träge durch grün und gelb schimmernde Berghänge schlängelte. Der Fluss war das ganze Jahr angenehm warm, da er von einer heißen und kalten Quelle gespeist wurde. So konnte Kim, wann immer er wollte, schwimmen gehen, auch im Winter. Er wurde ein sehr guter Schwimmer, was ihm später noch sehr nützlich sein würde. Außerdem konnte Kim mit den Inseltieren und -feen sprechen, eine Gabe, die seine Eltern irgendwann verloren hatten. Sie konnten die Feen noch nicht einmal mehr sehen.
Kim hatte ein tolles Leben im Flusstal, nur eine Sache machte ihn ein wenig unglücklich. Seine Eltern hatten ihm streng verboten das Tal zu verlassen. Sie meinten es wäre viel zu gefährlich, da überall in den Bergen Trolle, Gnome und Zwerge ihr Unwesen trieben. Zudem blubberte und dampfte es überall auf der noch jungen Insel, und nicht selten gab es Vulkanausbrüche. Als aber seine kleine Schwester auf die Welt kam und er nicht mehr alleine war, vergaß er seine Sehnsucht außerhalb des Tals auf Entdeckungsreise zu gehen.
Eines Tages im Spätsommer wurde seine kleine Schwester sehr krank. Sie hatte hohes Fieber und wurde von Tag zu Tag schwächer. Ihre Eltern gaben ihr jede Medizin, die sie kannten, aber keine machte sie wieder gesund. Schließlich war seine Schwester so schwach, dass sie in einen tiefen Schlaf fiel. Kim hatte große Angst, seine Schwester für immer zu verlieren.

In der darauffolgenden Nacht wurde Kim von einem hellen Licht geweckt. Es war so hell, dass er erst gar nichts erkennen konnte. Nachdem sich seine Augen ein wenig an die Helligkeit gewöhnt hatten, sah er auf einmal eine kleine, goldschimmernde Fee auf seinem Bett sitzen. „Hallo Kim!“, sagte die Fee. „Wer bist du?“, fragte Kim. „Ich bin die Gletscherfee und habe von deiner kranken Schwester gehört. Ich kann ihr helfen. Auf einem schwarzen Felsen hoch oben auf dem Gletschergipfel wächst ein magisches, grün schimmerndes Moos, dass deine Schwester vor dem ewigen Schlaf retten und wieder gesund machen kann. Du musst es finden, bevor der Winter den Felsen im Schnee verschwinden lässt. Sei aber vorsichtig, der Weg dorthin ist sehr gefährlich, denn unter dem Gletscher haust ein Vulkangeist!“ Kim konnte sein Glück kaum fassen. Er war wild entschlossen das magische Moos zu finden und seine Schwester zu retten. Aufgeregt fragte er: „Liebe Fee, wie finde ich den Weg zum Felsen?“ „Geh zu den sprechenden Wassersäulen, sie werden dir weiterhelfen. Vertraue deinen Gefühlen!“ Dann war die Fee verschwunden.
Kim‘s Herz klopfte wild, er musste sofort los, obwohl es noch dunkle Nacht war. Da seine Eltern ihm die Geschichte der Fee niemals glauben, geschweige denn erlauben würden, dass Tal für die Suche nach dem magischen Moos zu verlassen, schlich er sich leise aus der Hütte, um seine Eltern ja nicht aufzuwecken. Da die Sommernächte auf der Vulkaninsel sehr kurz waren, wurde es schon langsam hell. Ohne zu wissen, wo er die sprechenden Wassersäulen finden sollte, machte er sich auf den gefährlichen Weg.

 

Leseprobe Teil 2

Seit der wundersamen Rettung seiner kleinen Schwester durch das magische Moos hatte Kim jede freie Minute mit seinen neuen Freunden Tölti, dem Pony, Rob, der Robbe, Platch, dem Papageitaucher, und Pieks, der Mücke, verbracht.

Heute hatten sie sich zum Spielen am schwarzen Strand verabredet. Sie hatten sich am Vogelfelsen getroffen und überlegten gerade, was sie heute spielen könnten.
„Lasst uns ein Wettrennen am Strand machen!“, schlug Tölti vor. „Du willst doch nur wieder gewinnen!“, antwortete Rob gelangweilt. „Dann lass uns um die Wette schwimmen!“, schlug Platsch vor. „Da kann ich aber nicht mitspielen!“, quengelte Pieks. „Wenn ich einmal nass bin, brauchen meine Flügel ewig, bis sie wieder trocken sind. Eure Rettung damals im Mückensee hat mir gereicht!“
„Ich habe eine bessere Idee!“, sagte Kim. „Ich klettere auf den Vogelfelsen und fliege dann herunter!“
„Wie soll das denn funktionieren?“, wunderte sich Pieks. „Sind dir über Nacht etwa Flügel gewachsen?“ „Natürlich nicht!“, antwortete Kim. „Aber ich habe mir überlegt, dass mich Platsch und ein paar seiner Freunde wieder runtertragen könnten. So schwer bin ich ja nicht!“
„Das will ich sehen!“, wieherte Tölti vor Vergnügen. „Na gut“, sagte Platsch. „Lass es uns probieren. Plitsch, Plutsch und Plum, kommt mit und helft mir!“
Kim hatte schon begonnen den Vogelfelsen hochzuklettern, auf dem tausende Papageitaucher ihr Nest hatten. Am Anfang war es noch relativ flach, doch je höher er kam, umso steiler wurde es. Das Lavagestein war ziemlich brüchig und vom Vogelkot ganz rutschig. Ein ums andere Mal rutschte Kim ab und seinen Freunden, die unten am Strand geblieben waren, stockte jedes Mal der Atem.
Schließlich erreichte Kim aber wohlbehalten die Spitze des Vogelfelsens. Er war ganz außer Atem und von oben bis unten mit Dreck beschmiert. Von hier oben waren Tölti, Rob und Pieks nur noch kleine, farbige Punkte auf dem schwarzen Lavastrand. Platsch, Plitsch, Plutsch und Plum waren mit nach oben geflogen.

„Wow, was für ein Ausblick!“ Von hier oben konnte Kim einen großen Teil der Vulkansinsel überblicken. Er sah die Hütte seiner Eltern am warmen Fluß, den Mückensee, den großen Wasserfall, hinter dem sie sich auf der Flucht vor dem Eisbär versteckten, und den gewaltigen Gletscher, auf dem sie das magische Moos gefunden hatten.
Nach einer Weile richtete Kim seinen Blick aufs Meer und sah plötzlich Lichtblitze aus Richtung der nah gelegenen Eisinsel kommen. „Was ist das denn?“, fragte sich Kim. „Platsch, hast du das auch gesehen?“ „Was denn?“, fragte Platsch abwesend, da er sich gerade mit seinen Freunden unterhielt. „Na da, auf der Eisinsel, die Lichtsignale!“ „Signale?“, fragte Platsch immer noch abgelenkt. „Wenn du mich fragst, ist das bestimmt nur Sonnenlicht, das vom Eis reflektiert wird.“
Kim wollte gerade seinen Blick wieder abwenden, als er dicht hintereinander drei kurze, drei lange und wieder drei kurze Signale wahrnahm. „Das ist kein Zufall!“, rief Kim aufgeregt. „Auf der Eisinsel ist jemand. Vielleicht ist es ein Hilferuf!“ Auch Platsch schaute jetzt gebannt auf die Signale, die wieder und wieder aufblitzten. Als eine dunkle Wolke die Sonne verdeckte, waren die Lichtblitze verschwunden.

„Ich muss sofort runter und es den anderen erzählen!“, rief Kim den Papageitauchern zu und winkte aufgeregt mit den Armen. „Was hat Kim denn?“, fragte Tölti und deutete nach oben. „Warum ist er denn so aufgeregt?“ „Keine Ahnung“, sagte Rob, der wie Tölti und Pieks unten vom Strand die Signale nicht gesehen hatte.
Inzwischen hatten sich oben auf dem Felsen Platsch, Plitsch, Plutsch und Plum um Kim versammelt und mit den Schnäbeln dessen Jacke und Hose gepackt. „Bei drei fliegen wir los.“ Kim fing an zu zählen. „Eins, zwei, drei, los!“ Die vier Papageitaucher flatterten wie wild drauf los. Kim wurde von einer Seite auf die andere gezogen, ohne aber wirklich vom Boden abzuheben. Beinahe wäre er vom Felsen gefallen. „Ihr müsst gleichzeitig mit den Flügeln schlagen, sonst funktioniert es nicht!“, rief Kim nervös. Kaum flatterten die Vögel im Gleichklang, hob Kim langsam vom Boden ab. „Sie fliegen los!“, rief Tölti aufgeregt. „Ob das wohl gut geht?“
„Ich fliege!“, schrie Kim begeistert. „Höher, höher!“ „Höher, höher. Du hast leicht reden. Wenn hier einer fliegt, sind wir das. Du wirst nur getragen!“, murmelte Platsch angestrengt. Nach kurzer Zeit waren die Vögel vor lauter Anstrengung schon völlig außer Atem. „Ich kann nicht mehr!“, keuchte Plutsch und ließ Kim einfach los. Dadurch wurde es für die verbliebenen drei Vögel noch schwerer, Kim in der Luft zu halten. Er bekam es langsam mit der Angst zu tun, da sie immer noch sehr hoch über dem Strand schwebten. „Runter, wir müssen landen!“, schrie Kim mit panischer Stimme Platsch, Plitsch und Plum zu.
Tölti, Rob und Pieks schauten gebannt in den Himmel und auf einmal ging alles ganz schnell. Die Papageitaucher, die Kim trugen, kamen aus dem Takt und flatterten wieder wild durcheinander. Dann ging es rasant abwärts. Kim überschlug sich und wusste nicht mehr, wo oben und unten war. Mit einem dumpfen Knall schlug er auf dem Wasser auf. Bevor sie abstürzten, waren Platsch, Plitsch und Plum glücklicherweise noch so schlau gewesen, mit Kim ein Stück aufs Meer hinauszufliegen. „Bäh, das ging wohl daneben!“, rief Kim laut und spuckte das salzige Meerwasser aus. Dann schwamm er zurück ans Ufer.
Nachdem sich alle überzeugt hatten, dass Kim nichts passiert war, lachten sie laut los. „Das war ja eine elegante Landung!“, kicherte Pieks. „Fliegen will eben gelernt sein“, lachte Platsch. „Ha, ha, sehr witzig!“, sagte Kim und musste mitlachen. „Jetzt aber mal im Ernst. Wir müssen zur Eisinsel. Ich will wissen, von wem die Signale kommen!“ „Juhuu, endlich ein neues Abenteuer!“, riefen Kim’s Freunde gleichzeitig. „Aber wie kommen wir da hin?“, fragte Tölti gespannt.

 

Leseprobe Teil 3

Wie fast jeden Tag hatten sich Kim, der kleine Elf und seine Freunde Tölti, das Pony, Rob, die Robbe, Pieks, die Mücke und Platsch, der Papageitaucher zum Spielen am Strand verabredet. Von ihren ersten beiden Abenteuern, der Suche nach dem magischen Moos und der Rettung der Flechtenfee aus den Fängen der Eishexe, hatten sie sich längst schon wieder erholt.
Heute spielten sie Fangen und Tölti war als Erster dran. Zuerst jagte er Rob, der es aber schnell genug ins Wasser schaffte, bevor er ihn erwischte. Pieks und Platsch flogen schnell in die Luft, als Tölti auf sie zu galoppierte. Zuletzt versuchte er Kim zu fangen, der aber flink auf den Vogelfelsen kletterte, auf den Tölti ihm nicht folgen konnte.
"So macht Fangen spielen kein Spaß!", sagte Tölti und drehte seinen Freunden beleidigt den Rücken zu. "Streng Dich doch ein bißchen mehr an!", rief Kim vergnügt, was Tölti noch mehr verärgerte. "Ph, mit Euch spiele ich doch gar nicht mehr!", grummelte er vor sich hin und ignorierte seine Freunde weiter. Als er an dem Himmel schaute, sah er draußen über dem Meer schwere, dunkle Sturmwolken aufziehen. Sie waren zwar noch weit entfernt, näherten sich aber mit hoher Geschwindigkeit dem Strand.

"Schaut mal aufs Meer hinaus, da braut sich ganz schön was zusammen!", rief Tölti seinen Freunden zu und hatte seinen Ärger schon fast wieder vergessen. "Wir sollten lieber zurück zur Hütte, bevor der Sturm richtig losgeht!" "Feigling!", stichelte Platsch. "Selber Feigling, fang Du mich doch!", antwortete Tölti und rannte vor Platsch davon. So spielten sie unbekümmert weiter, bis der Wind so stark wurde, dass Platsch und Pieks große Schwierigkeiten hatten, sich in der Luft zu halten. Miteinander sprechen war auch nur noch schreiend möglich.
"Sollten wir nicht doch lieber aufhören!", brüllte Rob in Richtung Kim. "Was hast Du gesagt?", schrie Kim zurück. Rob drehte sich um und deutete mit seiner Schwanzflosse auf das nahende Unwetter. "Ah, verstehe!", sagte Kim mehr zu sich selbst und schaute zum tiefschwarzen Himmel hinauf. Dort sah er eine riesige Windhose, die bis zur Wasseroberfläche reichte und alles mit sich riss, was sich ihr in den Weg stellte. Noch war sie über dem Meer, würde aber gleich auf den Strand treffen.
"Los, weg hier!", schrie Kim und blickte sich panisch nach seinen Freunden um. Rob und Platsch hatten sofort reagiert und waren tauchend ins tiefe Wasser geflüchtet. Der kleine Pieks hatte sich tief in ein kleines Loch im nächstbesten Felsen verkrochen und war ebenfalls außer Gefahr. Für Kim und Tölti war es allerdings zu spät.
"Tölti, nein!", kreischte Kim, als er sah, wie das hilflose Pony von der Windhose erfasst wurde. Kurz darauf wurde auch er von dem Windstrudel in die Höhe gerissen und wild hin und her geworfen. Zappelnd und schreiend wurden beide immer höher in Richtung der Sturmwolken gesaugt. Kim wurde schwarz vor Augen und bevor er ohnmächtig wurde, sah er Tölti schon in den Wolken verschwinden. Der Strand war nur noch ein ganz kleiner, schwarzer Fleck weit unter ihm.
Nachdem er wieder zu Bewusstsein gekommen war, wurde er von einem gleißend hellen Licht geblendet. Es war totenstill um ihn herum und es fühlte sich an, als würde er auf Watte liegen. "Tölti!", flüsterte Kim leise und schlug langsam die Augen auf. Über ihm schien die Sonne, aber er traute sich nicht, sich zu bewegen. "Ich bin hier!", flüsterte Tölti zurück. Kim drehte vorsichtig den Kopf zur Seite und sah Tölti dicht neben sich stehen.
"Wo sind wir hier gelandet?", fragte Kim unsicher und setzte sich auf. "Sind wir tot? Es sieht aus als wären wir im Himmel!"

 

Leseprobe Teil 4

Seit ihrem letzten Abenteuer in den Wolken hatte Kim seine Freunde Tölti das Pony, Rob die Robbe, Pieks die Mücke und Platsch den Papageitaucher immer mehr vernachlässigt. Er hatte sich damals in die Wolkenprinzessin Cirra verliebt und verbrachte jetzt jede freie Minute mit ihr.
„Hat einer von Euch Kim heute schon gesehen? Er wollte sich eigentlich mal wieder mit mir treffen, aber ich kann ihn nirgendwo finden!“
„Also ich habe ihn nicht gesehen, Tölti“, sagte Rob.
„Ich auch nicht“, sagte Pieks.
„Und Du Platsch?“
„Ja, also, ich glaube ich habe ihn vorhin in Richtung Wolkenschloss fliegen sehen!“, druckste Platsch herum.
„Dann ist er wohl schon wieder zu Cirra geflogen!“, sagte Tölti enttäuscht. „Seit er Flügel hat, scheint er uns vergessen zu haben. Ich gehe ihn jetzt suchen und stelle ihn zur Rede. Ich will wissen, ob wir noch Freunde sind. Mir reicht es jetzt!“, rief Tölti wütend und galoppierte zum nächsten Regenbogen, um darauf zum Wolkenschloss zu reiten. Kim hatte ihm den Trick nach ihrem letzten Abenteuer verraten.
Kaum hatte er sich am Fuße des Regenbogens gewünscht, bei Kim zu sein, sauste er auch schon nach oben in die Wolken. Kurz darauf landete er weich auf einer großen, weißen Wolke und sah Kim und Cirra dicht über sich fliegen. Sie sahen sehr verliebt aus und hatten Tölti noch nicht bemerkt. „Da treibst Du Dich also herum!“, murmelte Tölti vor sich hin und Ärger stieg langsam in ihm hoch. Als sich Kim und Cirra auch noch küssten, platzte Tölti schließlich der Kragen.
„Der Vulkangeist soll Dich holen!“, schrie er vor lauter Eifersucht. Erst jetzt bemerkten Cirra und Kim, dass sie nicht alleine waren und sahen Tölti gerade noch den Regenbogen in Richtung Vulkaninsel hinuntersausen.
„Das war doch Tölti?“, sagte Kim überrascht. „Was wollte er denn hier?“
„Hast Du mir nicht erzählt, dass Du heute mit ihm verabredet bist?“
„Stimmt, dass habe ich ganz vergessen. Deshalb sah er so sauer aus! Hast Du verstanden was er gerufen hat?“
„Nicht richtig, irgendetwas mit Vulkangeist“, antwortete Cirra und schaute Kim fragend an.
„Das macht doch überhaupt keinen Sinn! Den Vulkangeist haben wir für immer unter dem Gletscher weggesperrt!“
Während Kim und Cirra noch immer rätselten, was Tölti denn gemeint haben könnte, wurde es langsam wärmer und heller um sie herum. Doch erst als die Wolke, auf der Tölti gerade noch gestanden hatte, glutrot leuchtete, merkten sie, dass etwas nicht stimmte. „Was ist das? Ist Dir auch so heiß?“
„Ja, lass uns lieber schnell von hier verschwinden!“, sagte Cirra verunsichert und zog Kim mit sich.
Sie waren noch nicht weit gekommen, als auf einmal ein riesiger Feuerdrache durch die Wolken brach und tosend auf Kim zuschoss.
„Er hat es auf Dich abgesehen!“, schrie Cirra panisch und stieß Kim von sich weg. „Hau ab! Ich versuche ihn aufzuhalten!“ Kim zögerte kurz, stürzte sich dann aber kopfüber den Wolken entgegen. Cirra schaffte es gerade noch dem Drachen eine Gewitterwolke entgegen zu schleudern und verschaffte so Kim einen kleinen Vorsprung, bis der Drache ihm im Sturzflug folgte.

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© Martin Deininger